⚡ Kurz & knapp: Ein hydraulischer Abgleich kostet für ein Einfamilienhaus ca. 500–1.500 €, spart 10–15 % Heizkosten und amortisiert sich oft in 2–3 Jahren. Er ist Voraussetzung für viele Förderprogramme und seit 2023 für größere Gebäude Pflicht.
Was ist ein hydraulischer Abgleich?
Bei einem hydraulischen Abgleich wird sichergestellt, dass jeder Heizkörper genau die richtige Menge Heizwasser bekommt — nicht zu viel und nicht zu wenig. Dafür werden die Ventile an jedem Heizkörper individuell eingestellt.
Ohne Abgleich bekommen Heizkörper nahe der Heizung zu viel Wasser (Räume werden überhitzt), während entfernte Heizkörper unterversorgt werden (Räume bleiben kalt). Die Folge: Die Vorlauftemperatur wird hochgedreht, die Pumpe arbeitet auf Volllast — und Sie zahlen unnötig viel.
Verfahren A vs. Verfahren B
Verfahren A (vereinfacht)
Schätzung auf Basis von Heizkörpergröße und Raumfläche. Günstiger, aber weniger genau. Reicht für die GEG-Pflicht, wird aber von den meisten Förderprogrammen nicht akzeptiert.
Verfahren B (raumweise Heizlastberechnung)
Vollständige Berechnung der Heizlast für jeden Raum nach DIN EN 12831. Genauer, berücksichtigt Dämmstand, Fenster und Lage. Voraussetzung für BEG-Förderung und für den Betrieb einer Wärmepumpe empfohlen.
Pflicht seit 2023
Seit Oktober 2023 ist der hydraulische Abgleich für gasgeheizte Gebäude mit mindestens sechs Wohneinheiten verpflichtend (GEG §60b). Für kleinere Gebäude gibt es keine gesetzliche Pflicht — aber viele gute Gründe, ihn trotzdem durchführen zu lassen.
Außerdem ist der hydraulische Abgleich nach Verfahren B Voraussetzung für fast alle BEG-Förderungen bei Heizungsmaßnahmen. Ohne Abgleich — kein Zuschuss.
Kosten und Ersparnis
Bei steigenden Energiepreisen rechnet sich ein hydraulischer Abgleich immer schneller. Besonders in Mehrfamilienhäusern, wo die Kosten pro Einheit sinken, ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis hervorragend.
Wann ist der Abgleich besonders wichtig?
- ✓Vor dem Einbau einer Wärmepumpe — die arbeitet nur mit niedrigen Vorlauftemperaturen effizient, Abgleich ist essenziell
- ✓Nach dem Austausch von Fenstern — die Heizlast der Räume ändert sich durch bessere Dämmung
- ✓Nach einer Fassaden- oder Dachdämmung — weniger Wärmebedarf, Heizkörper sind überdimensioniert
- ✓Bei ungleichmäßiger Wärmeverteilung — manche Räume zu warm, andere zu kalt
- ✓Vor Beantragung von BEG-Fördermitteln — Verfahren B ist Voraussetzung
Förderung
Der hydraulische Abgleich ist als Heizungsoptimierung im Rahmen der BEG Einzelmaßnahmen förderfähig:
- ✓ 15 % Grundförderung auf die Kosten
- ✓ +5 % iSFP-Bonus (wenn ein Sanierungsfahrplan vorliegt)
- ✓ Oft kombiniert mit Pumpentausch (alte Heizungspumpe → Hocheffizienzpumpe)
💡 Tipp: Kombination mit Pumpentausch
Wenn Sie den hydraulischen Abgleich durchführen lassen, prüfen Sie gleich die Heizungspumpe. Alte, ungeregelte Pumpen verbrauchen bis zu 80 % mehr Strom als moderne Hocheffizienzpumpen. Der Tausch kostet ca. 300–400 € und wird zusammen mit dem Abgleich gefördert.
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