Das Siegerland hat einen vielfältigen Gebäudebestand — von historischem Fachwerk über Wiederaufbau-Häuser der 1950er bis hin zu Siedlungshäusern der 1980er. Jede Bauepoche hat charakteristische Stärken und Schwächen. Wer sein Gebäude kennt, kann gezielt sanieren und vermeidet teure Fehler.
Gebäude nach Baujahr
Vor 1948 — Fachwerk & Altbau
Massive Wände (oft 40–60 cm), aber praktisch keine Dämmung. Einfachverglasung, feuchte Keller, hohe Decken. Im Siegerland oft Schiefer-Fassaden mit Fachwerk dahinter.
- → Oberste Geschossdecke dämmen
- → Fenster tauschen (Isolierverglasung)
- → Innendämmung (Außendämmung bei Fachwerk oft nicht möglich!)
- → Heizungstausch (meist Öl → Wärmepumpe oder Pellets)
1950er–1960er — Wiederaufbau
Dünne Wände (oft nur 24 cm), keine Dämmung, einfache Fenster. Häufig Ölzentralheizung. Flachdächer oder flach geneigte Dächer. Im Siegerland typisch: Reihenhäuser in Weidenau, Geisweid oder am Rosterberg.
- → Außenwanddämmung (WDVS) — größtes Potenzial
- → Fenster tauschen
- → Kellerdecke dämmen
- → Heizungstausch
1970er — Energiekrise-Ära
Erste Dämmversuche nach der Ölkrise 1973, aber oft zu dünn (3–4 cm). Typische Wärmebrücken an Balkonen und Rollladenkästen. Große Fensterflächen, aber noch ohne Wärmeschutzverglasung.
- → Nachdämmung der Fassade (auf mindestens 14–16 cm)
- → Dachsanierung mit Aufsparrendämmung
- → Wärmebrücken beseitigen (Balkone, Rollladenkästen)
- → Heizungstausch
1980er–1990er — Wärmeschutzverordnung
Deutlich besser gedämmt dank Wärmeschutzverordnung 1977/1982, aber nach heutigen Standards noch unzureichend. Typisch: Gas-Zentralheizung, Isolierverglasung (U-Wert ca. 2,8–3,0), 6–8 cm Fassadendämmung.
- → Fenster tauschen (Dreifachverglasung, U-Wert ≤ 0,95)
- → Dachdämmung verbessern
- → Heizungsoptimierung (hydraulischer Abgleich)
- → Heizungstausch wenn Gasheizung >20 Jahre
Der Siegerland-Faktor
Das Siegerland liegt höher und ist kälter als die Rheinebene oder das Ruhrgebiet. Die durchschnittliche Heizgradtagzahl ist ca. 10–15 % höher als in Köln oder Düsseldorf. Das bedeutet: Dämmmaßnahmen bringen im Siegerland überdurchschnittlich viel, weil die Heizperiode länger dauert und die Temperaturdifferenz größer ist.
Zielwerte nach Sanierung
Mit einer durchdachten Sanierung lässt sich der Energieverbrauch typischerweise auf 50–80 kWh/m²a senken — unabhängig vom Baujahr. Das entspricht einer Einsparung von 50–75 % gegenüber dem unsanierten Zustand.
Der erste Schritt
Jedes Gebäude ist anders — auch innerhalb derselben Baualtersklasse. Eine Energieberatung mit Vor-Ort-Termin zeigt Ihnen genau, wo Ihr Gebäude steht und welche Maßnahmen sich bei Ihnen am meisten lohnen. Mit dem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) haben Sie dann einen klaren Plan — inklusive Kosten, Förderung und sinnvoller Reihenfolge.
Wie steht Ihr Gebäude da?
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