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Typische Altbauten im Siegerland — Sanierungspotenzial erkennen

Fachwerk, 60er-Jahre-Bau oder 80er-Siedlungshaus: Jedes Baujahr hat typische Schwachstellen. So erkennen Sie das Sanierungspotenzial Ihres Gebäudes.

Stand: Mai 2026·6 Min. Lesezeit

Das Siegerland hat einen vielfältigen Gebäudebestand — von historischem Fachwerk über Wiederaufbau-Häuser der 1950er bis hin zu Siedlungshäusern der 1980er. Jede Bauepoche hat charakteristische Stärken und Schwächen. Wer sein Gebäude kennt, kann gezielt sanieren und vermeidet teure Fehler.

Gebäude nach Baujahr

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Vor 1948 — Fachwerk & Altbau

Massive Wände (oft 40–60 cm), aber praktisch keine Dämmung. Einfachverglasung, feuchte Keller, hohe Decken. Im Siegerland oft Schiefer-Fassaden mit Fachwerk dahinter.

Typischer Verbrauch250–350 kWh/m²a
Prioritäten
  • Oberste Geschossdecke dämmen
  • Fenster tauschen (Isolierverglasung)
  • Innendämmung (Außendämmung bei Fachwerk oft nicht möglich!)
  • Heizungstausch (meist Öl → Wärmepumpe oder Pellets)
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1950er–1960er — Wiederaufbau

Dünne Wände (oft nur 24 cm), keine Dämmung, einfache Fenster. Häufig Ölzentralheizung. Flachdächer oder flach geneigte Dächer. Im Siegerland typisch: Reihenhäuser in Weidenau, Geisweid oder am Rosterberg.

Typischer Verbrauch200–300 kWh/m²a
Prioritäten
  • Außenwanddämmung (WDVS) — größtes Potenzial
  • Fenster tauschen
  • Kellerdecke dämmen
  • Heizungstausch
🏠

1970er — Energiekrise-Ära

Erste Dämmversuche nach der Ölkrise 1973, aber oft zu dünn (3–4 cm). Typische Wärmebrücken an Balkonen und Rollladenkästen. Große Fensterflächen, aber noch ohne Wärmeschutzverglasung.

Typischer Verbrauch150–250 kWh/m²a
Prioritäten
  • Nachdämmung der Fassade (auf mindestens 14–16 cm)
  • Dachsanierung mit Aufsparrendämmung
  • Wärmebrücken beseitigen (Balkone, Rollladenkästen)
  • Heizungstausch
🏡

1980er–1990er — Wärmeschutzverordnung

Deutlich besser gedämmt dank Wärmeschutzverordnung 1977/1982, aber nach heutigen Standards noch unzureichend. Typisch: Gas-Zentralheizung, Isolierverglasung (U-Wert ca. 2,8–3,0), 6–8 cm Fassadendämmung.

Typischer Verbrauch100–180 kWh/m²a
Prioritäten
  • Fenster tauschen (Dreifachverglasung, U-Wert ≤ 0,95)
  • Dachdämmung verbessern
  • Heizungsoptimierung (hydraulischer Abgleich)
  • Heizungstausch wenn Gasheizung >20 Jahre

Der Siegerland-Faktor

Das Siegerland liegt höher und ist kälter als die Rheinebene oder das Ruhrgebiet. Die durchschnittliche Heizgradtagzahl ist ca. 10–15 % höher als in Köln oder Düsseldorf. Das bedeutet: Dämmmaßnahmen bringen im Siegerland überdurchschnittlich viel, weil die Heizperiode länger dauert und die Temperaturdifferenz größer ist.

Zielwerte nach Sanierung

Mit einer durchdachten Sanierung lässt sich der Energieverbrauch typischerweise auf 50–80 kWh/m²a senken — unabhängig vom Baujahr. Das entspricht einer Einsparung von 50–75 % gegenüber dem unsanierten Zustand.

Der erste Schritt

Jedes Gebäude ist anders — auch innerhalb derselben Baualtersklasse. Eine Energieberatung mit Vor-Ort-Termin zeigt Ihnen genau, wo Ihr Gebäude steht und welche Maßnahmen sich bei Ihnen am meisten lohnen. Mit dem individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) haben Sie dann einen klaren Plan — inklusive Kosten, Förderung und sinnvoller Reihenfolge.

Wie steht Ihr Gebäude da?

Finden Sie heraus, welches Sanierungspotenzial in Ihrem Haus steckt — mit einer Energieberatung vor Ort.